Dienstag, 5. November 2013
Job ist Job?
Die Menschen , die in ihrem Job ausgebrannt sind...wie machen sie es? Wie schaffen sie wieder den Einstieg wenn man das Gefühl hat der Job nicht mehr ausführen zu können , weil es jedes Mal unangenehme körperliche Empfindungen hervorruft wie Panikattacken?
Eine Kassiererin , die bei jedem Kunden am liebsten die Pumpgun unter der Kasse rausholen würde? Sucht man direkt eine neue Arbeit oder erholt man sich und überwindet den Wunsch nach Töten? Wie lange erholt man sich?
Und was macht man wenn man als Prostituierte arbeitet? Überwindet man sich dann auch , obwohl alles im Körper schreit- nein, ich kann es nicht mehr!?

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 4. November 2013
Hirn VS Körper oder die mühsame Arbeit einer Angstgestörten
5 Wochen ist das hier , seit der zweiter Zusammenbruch stattfand. Diesmal, nach einer andauernden Überarbeitung über mehrere Monate hat der Körper versagt.Ich bekam Schmerzen in der Brust ausstrahlend in die linke Schulter. Nach einer eingehenden Untersuchung beim Arzt wurde ein Herzinfarkt ausgeschlossen und ich wurde nach Hause geschickt. Ich hatte aber auch einen trockenen Husten und einen Kloß im Hals was als ein Infekt diagnostiziert wurde und keine medikamentösen Behandlung anscheinend bedurfte.Das hat mich nicht im Geringsten beruhigt. Natürlich glaubt ein Psycho wie ich dass der Arzt nicht gründlich war und was übersehen hat.. Die Schmerzen und das Gedankenkreisen darum dass es was schlimmes sein könnte hervorriefen bei mir wieder Panikattacken. Das es nur Psychosomatisch ist , dazu kam ich erst viel später... Unter Panikattacken leide ich schon seit einigen Jahren. Ausgelöst , bzw das erste Mal aufgetreten sind sie nach der Einnahme von Extasy , das ist im Grunde schon 13 Jahre her , aber dieses Gefühl von Todesangst - dieses hatte ich immer bei meinen Panikattacken. Sie tauchten immer auf wenn der Fass voll war und ich mal wieder alle Signale meines Körpers nach Erholung missachtet habe.Glücklicherweise nach einigen Ratgebern lernt man damit umzugehen. Das ist wie in meinem Job ab und an, wenn es ganz schlimm wird - entspanne dich und versuche es zu genießen. Was mich diesmal so wahnsinnig zermürbt ist nicht mehr diese Wahnsinnsangst , sondern diese kleinen grellen Stimmchen in meinem Kopf, die immer und immer wieder auftauchen im Laufe des Tages : " Meine Brust schmerzt..Ob das was mit dem Herzen sein könnte? ", oder " Ich spüre wieder den Puls in meinem Hals...Scheiße , das kann doch nicht normal sein?! Nicht das ich jetzt Herzrasen bekomme?! Das ist doch nicht gut für´s Herz?! " Es gibt auch noch die vernichtenden, hoffnungslosen Mistviecher " Ich schaffe es nicht! Ich werde bestimmt verrückt! Es wird für immer so bleiben! " Auch zitternde, feuchte Hände , kalte Füße und andere ,ganz normale Anzeichen von z.B. übermäßigen Kaffeekonsum hervorrufen in mir die Angst vorm Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenkrebs.
Die ersten 2 Wochen waren die Hölle, eigentlich hätte ein Urlaub in Ruhe auf´m Land bestimmt geholfen, aber ich war seelisch und körperlich nicht in der Lage zu verreisen. Sogar Ohrenstöpsel, wie ich später festgestellt habe, isolieren einen ganz gut von den brutalen Geräuschen der Straße, die durch das Küchenfenster und die Balkontür in die Wohnung eindringen. Die hätte ich lieber von Anfang meines Jetzigen " Stromausfalls" mir in die Ohren gesteckt und wäre wahrscheinlich nach einer Woche absoluter Stille zumindest zur Hälfte die alte. Jetzt weiß ich was es bedeutet wenn die Nerven blank liegen! Man sitzt in der Wohnung und jedes vorbeifahrende Auto geht wie ein Nagel über die Tafel , wie das Kauen aufm Silberpapier durch den ganzen Körper vom Kopf bis tief in die Brust und verursacht jedes Mal einen beschleunigten Puls... Ich war so unter Strom dass eine rote Glühbirne in meinem Mund hätte mich zur perfekten Weihnachtsdeko gemacht..
2 Wochen voller Leiden und Selbstmitleid . Die Hoffnung dass es jetzt doch langsam besser werden müsste da ich mir ja Ruhe gönne wurde am nächsten Tag wieder zu Nichte gemacht als die nächste Angstattacke kam.. Aber Ruhe spiegelte sich ja nur in meinem Tagesablauf darin , dass ich vorm Fernseher lag und mir Zeichentrickfilme reinzog- was an sich ja absolut hilfreich sein kann aufgrund des positiven Effekts des Lachens , dennoch störten mich immer meine ängstlichen Gedanken und machten mich nicht stärker.. Meine Brustschmerzen wurden langsam besser und ich hatte bemerkt das sie nur unter einem bestimmten Sitzwinkel auftreten, also schob ich sie in die Schublade " Verspannung" rein . In der Dritten Woche war ich der Opfer-rolle satt. Samstags Turnschuhe an , Pulsuhr diesmal zuhause gelassen( ich hatte schon in der Woche davor mit dem Joggen angefangen, trottete aber wie eine Oma mit dem Blick auf die Pulsuhr durch die Gegend) und ab in den Wald. Diesmal rannte ich die Pfade entlang und dachte :" Gut, wenn es so sein soll , dann kippe ich jetzt um, irgendeiner wird mich wohl retten! " Ich muss dazu erwähnen, dass ich noch vor einer Woche keine Krankenversicherung hatte , also war die Angst vor einem größeren Unglück/ Eingriff aus Kostengründen durchaus berechtigt.
Ich rannte und wiederholte im Geiste : " Ich bin eine Kampfmaschine! Mein Körper hat mich noch nie im Stich gelassen! Ich bin der Herrscher meiner Gedanken! " Es half vorerst, die nächsten Tage wurden zunehmend besser auch wenn die kleinen Fieslinge in meinem Kopf immer noch da waren : " Es bleibt bestimmt ein ewiger Kampf mit dir selbst! Du wirst dein Leben lang lernen müssen mit deinen Ängsten umzugehen! " Ich hatte das Buch " Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies " rausgekramt und übte , studierte und pflückte den Stoff auseinander.. Ich setzte mich mit meinem Berg von Verpflichtungen und Problemen auseinander und sortierte sie neu nach Relevanz. Ich packte die Päckchen und verstaute sie in meinem Kopf, manche ließen sich in flauschigen Söckchen verpacken , einige waren wie schwere Truhen mit einem riesigen Anhängeschloss, den ich im Geiste auch noch um meinen Hals hängen sah.. ich heulte als ich merkte wie schlimm das Problem für mich unbewusst ist.. Ich ließ es erstmal mit dem Päckchen packen sein und kaufte mir eine Meditations CD. Jaaaa, das tat gut! Eine noch für Angst- und Panikpatienten obendrauf und dort fand ich einen guten Titel speziell um die Angstlösende Atmung einzuüben und Selbstvertrauen zu gewinnen.Zuerst dachte ich : " Was für ein Quatsch, wenn ich tief atme wird mir nur schwindelig und ich kriege wieder eine Attacke!" Aber die ruhige, beinahe Hypnotische Stimme der Frau tat mir gut also verankerte ich ab jetzt jeden zweiten Abend die Zuversicht in meine eigenen heilenden Kräfte in meiner Atmung im Bauch. Ich ging 3 Mal in der Woche Laufen, was mir das Selbstvertrauen in meinen Körper schenkte, ich meine jemand, der 45 Minuten joggen kann, kann wohl nichts an der Lunge oder am Herzen haben?! Die Meditation brachte mich in letzter Zeit sehr gut runter , wenn ich mal wieder den Puls im Hals spürte, ich vermute dass es tatsächlich mit dem Üben immer schneller gehen wird sich zu beruhigen. Ich war ein Mal zur Partneryoga, das hat zwar nichts mit meinem jetzigen Zustand zu tun, aber hat mich auf den Geschmack von Yoga gebracht und ich kriegte letzte Woche eine Yoga DVD und eine Übungsmatte geschenkt.
Klingt alles positiv? Ha, so perfekt ist es nicht immer. Ich habe immer noch einen beträchtlichen Bierkonsum, Abends sind es 3 kleine in der Regel, ich hatte mich sogar Anfangs nach dem Joggen damit belohnt?! Eine Joggerin sitzt am Rhein im Schneidersitz mit ner Kippe und ner Flasche Bier in der Hand - ein Bild für ein Werbeprospekt .Vorschläge für den Slogan nehme ich gerne an ;-)
Ich hatte so einen erschreckenden Anfall vom Herz rasen bekommen, dass ich zu meiner Nachbarin runter ging um sie bat auf mich aufzupassen bis es mir besser geht. Ich habe eine wahnsinns Angst davor dass es sich nochmal wiederholt. Ich hatte eine Panikattacke nach der ich 30 Minuten am ganzen Körper zitternd im Bett lag und jeden verfluchten Tag hab ich diese ekeligen Körperempfindungen von innerer Unruhe , Puls in meinem Hals und Angst davor das es nie besser wird. Es ist besser geworden eigentlich, ich bin nur so zermürbt und meine Geduld war noch nie eine Tugend mit der ich bekannt war.
Ich denke worauf kann ich bei vertrauen? Mein Gehirn schnappt irgendwas auf und sendet den totalen Alarm an meinen Körper. Mein Körper kommt mir mit Schmerzen , Schwindel und anderen aberwitzigen Empfindungen daher und leitet es wieder an mein Gehirn und weiter geht der Kreis. Mein Gehirn verarscht mich , mein Körper tut es ebenfalls. Meine Gefühle sind anscheinend auch nicht zuverlässig?! Also worauf kann ich mich denn jetzt bitte verlassen? Man sagt ja immer : " Hör auf den Bauch, auf den Körper oder auf dein Gehirn " Ich habe hier einen Flohzirkus in mir?!
Ich denke ich gehe mal ne Runde meditieren...

... link (0 Kommentare)   ... comment